Kreativität für alle – einfach ‚mal die Perspektive wechseln!

Wunderbar, dass Nicole Gugger zu ihrer Blogparade aufrief und die Frage nach der Kreativität stellte. Mich beschäftigt immer wieder die Frage danach, was es bedeutet, kreativ zu sein und die Antwort darauf erscheint sehr vielfältig zu sein.

 

Kreativität für alle!

So könnte tatsächlich auch mein Slogan heißen, wenn ich Kreativität an den Mann oder die Frau bringen sollte. Warum? Mir wird der Begriff Kreativität oft zu eng definiert. Kreativ ist nicht nur jemand, der sich gut künstlerisch ausdrücken kann, z.B. in Form von bildnerischer oder darstellender Kunst. Kreativ ist man, wenn man gut malen, zeichnen, tanzen, entwerfen, designen, komponieren oder dichten kann, aber eben nicht nur dann. Kreativität ist für mich mehr.

Was verstehen Sie unter Kreativität?

Kreativität ist für mich eine innere Haltung, eine Einstellung zu Sachverhalten oder zu Dingen. Diese Haltung bringt mich dazu, diese Dinge und Sachverhalte auch einmal anders zu sehen, andere Perspektiven einzunehmen. Ganz gleich, ob es dabei um die millionste Darstellung des Eiffelturms in Malerei oder Fotografie geht oder um die Erschließung von neuen Lösungswegen für ein Projekt. Natürlich muss ein Architekt kreativ sein, um tolle neue Ideen für ein Bauprojekt zu entwickeln. Aber ebenso kreativ müssen wir sein, um neue Wege zu finden, ökologisches Denken und Handeln ganz selbstverständlich in künftige Projekte zu integrieren.

Halten Sie sich selbst für kreativ?

Ja, das Ausmaß hängt aber sicherlich auch von der Tagesform ab. Kreativität kann nicht auf Knopfdruck ausgeworfen werden, obwohl es oft hilfreich wäre. Kreativität benötigt gedanklichen Freiraum, der ist nicht immer gleich zur Stelle. Das zu akzeptieren ist nicht immer leicht, aber damit umzugehen und in den Ablauf einzubauen, ist doch eigentlich auch schon wieder recht kreativ…

Erfordert Ihr Beruf Kreativität?

Absolut! Ich berate Kunden in einem Feld, das von Kreativität und neuen Ideen lebt – Live-Kommunikation, Events und allem was damit zusammenhängt. Dabei rede ich nicht von spektakulären Inszenierungen, die hier und da auch ihre Berechtigung haben und ein hohes Maß an Kreativität voraussetzen. Ich denke vor allem daran, mich in die Lage meiner Kunden zu versetzen: Sie haben eine Botschaft, die direkt kommuniziert werden soll – welcher Weg bietet sich an, welche Ideen passen zum Kunden und zur deren Zielen und Zielgruppen? Jeder Kunde kommt mit anderen Fragen und bringt andere Voraussetzungen mit. Das erfordert viel kreatives Fingerspitzengefühl und individuelle Lösungen.

Wo bräuchte es mehr Kreativität? Wo weniger?

Ein Weniger an Kreativität sollte es nirgendwo geben. Auch scheinbar komplett durchstrukturierte Prozesse benötigen dann und wann einen kreativen Schub oder Schlenker in eine neue Richtung. Mehr Kreativität braucht es unbedingt bei dem Angehen von den derzeitgen Anforderungen an uns: Wie arbeiten wir ressourcenschonender (in jede Richtung)? Wie kommen wir den Lösungen unserer täglichen Probleme einen Schritt näher? Und und und…

Kreativität ist da und muss dennoch gelernt werden!

Kreativität ist bei jedem Menschen irgendwie da, in manchen Dingen sehr ausgeprägt, in anderen Dingen muss sie gelernt und trainiert werden. Und sei es dabei, einem Kind beizubringen, bei einer Matheaufgabe neue Lösungswege zu suchen…